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Englischlehrer in China

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20.11.2011 Über Laptops und Störenfriede

06.11.2011 Chinesisches Mädchen überfahren

30.10.2011 Lehrer! Warum?

15.10.2011 Das Leben in China

02.10.2011 Neues aus China

10.09.2011 Die erste Woche

06.09.2011 Endlich angekommen!

 

Über Laptops und Störenfriede

20.11.2011

bad students Anfang der Woche haben alle Lehrer der Schule Laptops bekommen, also fast alle... ich zum Beispiel nicht, da ich einen Schulrechner im Apartment habe, und einige andere die keinen benötigen auch nicht. Aber es werden wohl so 150 Stück gewesen sein, die angekommen sind, und verteilt wurden.

Office-Laptops der Marke Lenovo (chinesische Marke) die durchaus brauchbare Computer haben. Dieser jedoch ist rein zum arbeiten gedacht, und er zeigt es auch wenn er mal videos abspielen soll, oder wenn man auf Videoportalen surft. Viele der Lehrer haben zuhause keinen PC, hier gilt so was immer noch als Luxusgut, und wofür braucht man den schon, wenn hier jeder ein internetfähiges Handy hat.

Das Foto oben stammt von eine Middle-School in der Jiangxi Provinz, wo es nun schon etwas kühler ist. Schüler die sich nicht benehmen können, werden stumpf vor das Klassenzimmer verbannt, wo es nicht mehr so warm ist. In Deutschland nicht vorstellbar, aber hier sind die Schulen und Schüler eben anders. Was mache ich mit meinen Störenfrieden? Wenn jemand im Unterricht pennt, was soll man tun?

Am besten nicht drum kümmern, wenn ich ihn/sie aufwecke wird das die Teilnahme am Unterricht nicht verbessern. Handys werden einkassiert, genauso wie Hausaufgaben die im Unterricht gemacht werden. Quasselköppe bringt man gut zum schweigen indem man ihnen sagt, wenn sie so gern ihre Stimme gebrauchen wollen, dann bitte, sing ein Lied. (Ode to the Motherland höre ich sehr gerne :) )


Mittlerweile haben auch alle Klassenräume Multimedia Equipment, d.h. Fernseher und Soundsystem.

Über meinen Schulrechner könnte ich theoretisch etwas vorbereiten, dann auf den Server schicken, und vom Klassenzimmer aus abrufen. Praktisch, aber irgendwie zieh ich es vor meinen eigenen Laptop mitzuschleppen, wie oft braucht man auch mal etwas womit man nicht gerechnet hat.

Privat habe ich ein neues Portal entdeckt, wo es viele deutsche Filme gibt, auch schöne alte s/w Streifen, alte Krimis, etc. Also ich bezweifle das ich meine Lesezeichenliste abarbeiten kann, so voll ist die, und beim stöbern wandert immer wieder ein neuer Film da rein. Für Unterhaltung ist also gesorgt.

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Chinesisches Mädchen überfahren

06.11.2011

TEXT In Foshan - Guangdong Provinz passierte am 13.10.2011 etwas, was ganz China schockte. Eine Überwachungskamera nahm auf, wie ein Autofahrer ein 2-jähriges Mädchen überfuhr, dieses dann zwischen Vorder- und Hinterachse auf der Straße lag und der Fahrer nach kurzem "Überlegen" weiterfuhr und die Kleine auch mit der Hinterachse überrollte.

Die Fahrerflucht ist nicht das schlimmste was die Gemüter erregte, sondern die zahllosen Passanten die einfach an dem Kind vorbeifahren/-laufen und sich nicht kümmern.

Sehr wahrscheinlich hast Du davon schon in den deutschen Medien gehört.

Yue Yue starb kurze Zeit später in einem Krankenhaus, nachdem Ärzte versucht haben Ihr Leben zu retten, was aufgrund der schwerwiegenden Verletzungen jedoch ein aussichtsloser Kampf war.


Das eigentliche, kommentierte Video beginnt bei 0:20

In deutschen Medien wird gerne von der "Zensur" in China berichtet, umso "erstaunlicher" ist es das der Fall öffentliche Debatten zur Folge hat, Online-Abstimmungen und Meinungsbilder.

In China wurde in der Vergangenheit leider viel zu oft der Helfer beschuldigt, und dies führt dazu, dass sich viele Chinesen nicht verpflichtet fühlen zu helfen. Auch gibt es hier kein Gesetz was unterlassene Hilfeleistung bestraft.

Von der ChinaDaily wurde eine Online Abstimmung ins Leben gerufen, ob China ein solches Gesetz einführen sollte. Zum Zeitpunkt des Beitrages betrug Pro 46% und Contra 54%, was die Frage aufwirft: Warum denkt ihr so? Andererseits könnten die Eltern wegen unterlassener Aufsichtspflicht zur Rechenschaft gezogen werden.

Auch Kommentare auf ChinaDaily zeigen den Zwiespalt in der Bevölkerung zu dem Thema:

Editor surnamed Guan: We should try our best to help others who are in need. Moral is not law (Wir sollten stets unser Bestes versuchen um anderen zu helfen. Moral kann man nicht per Gesetz festlegen)

GuoFugui&ChengXingfu: If the first passer-by saved Yue Yue... But it is too late to say "if".(Wenn der erste Passant geholfen hätte.... Aber es ist zu spät "hätte" zu sagen)

Kanzhenishuaku: Where are the hit-and-run drivers? I haven't read any news about them.(Was ist mit den Verursachern des Unfalls? Ich habe keine Neuigkeiten gelesen!)

Yuyunalan: How can the parents let a two-year-old girl to walk on the road alone? (Wie können Eltern ein zweijähriges Kind alleine auf die Straße lassen?)

Quelle:
http://www.chinadaily.com.cn/china/2011-10/21/content_13951053.htm

Du siehst also, das Thema entfacht Emotionen und Grundsatzdiskussionen wie in Zukunft damit umgegangen werden soll. In China gibt es eine großflächige Abdeckung von Notrufsäulen in Ballungszentren, hier in Xiapu steht alle 50 Meter eine, ausgerüstet mit einer Verkehrsüberwachungskamera, einer Sprech- und Sichtverbindung (Kamera) zum nächsten Polizeirevier, bzw. zu einer "Polizeibox" welche an größeren Kreuzungen stehen. Hier kommt man schneller an die Polizei ran als in Deutschland (wenn man keine andere Möglichkeit hat, z.b. Mobiltelefon). Und trotzdem ist so etwas passiert.

Ich habe mir Gedanken gemacht und eigentlich dürften wir nicht einmal mit dem Finger auf Andere zeigen, weil in unseren U-Bahnen passieren Morde vor den Augen anderer Passagiere ohne das sie einschreiten, und wenn man mal mit offenen Augen durch die Straßen geht sieht man das Zivilcourage in Deutschland mittlerweile auch klein geschrieben wird. Fahrerflucht geschieht in Deutschland genauso, wobei unsere Strafen längst nicht so hart sind wie hier (dem Fahrer droht nun die Todesstrafe).

Aber warum schauen die Chinesen weg? Einmal natürlich um nicht selber in der Schusslinie zu stehen, andererseits darf man nicht vergessen das die letzten Jahrzehnte davon geprägt waren möglichst wenig aufzufallen. Wer herausragt aus der Masse begibt sich in Gefahr. Nur China hat sich gewandelt und das müssen einige erst einmal noch begreifen.

Würde ich helfen wenn ich so etwas sehen würde? Ja! Selbst wenn mir das im nachhinein schaden würde, könnte ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Was denkst Du zu dem Thema?

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Lehrer! Warum?

30.10.2011

Lehrer! Warum? In Chats werde ich manchmal gefragt warum ich diesen Schritt gemacht habe. Jeder kann Dir die Pro und Contra Punkte des Berufes aufzählen, sei es für einen Lehrer in Deutschland, oder für einen in China, die nehmen sich nicht viel:

Pro:
- Man hilft Kindern/Jugendlichen Wissen zu vermitteln
- Man nimmt einen hoffentlich positiven Einfluss auf ihr Leben
- Man tut etwas gutes mit seinem Beruf
- (und gerade Frauen:...) können Problemschülern helfen und motivieren

Contra:
- Stress mit den Schülern
- hohe Arbeitsbelastung
- auch außerhalb der Schule ist man immer noch Lehrer
- schlecht bezahlt

Und nun kommt die harte Realität die viele vielleicht von den Socken haut. Ich nehme mir erst einmal Pro vor:

Man hilft Kindern/Jugendlichen Wissen zu vermitteln? Nein! Das sollte nicht die Aufgabe eines Lehrers sein. Ein guter Lehrer sollte Schülern zeigen wie man eigenständig lernt, sie darin motivieren und Hilfestellung geben.

Man nimmt einen hoffentlich positiven Einfluss auf ihr Leben? Tut man nicht, zumindest sollte man sich das nicht zum Ziel setzen. Wenn einzelne Schüler ein Vorbild suchen, und nun gerade ihren Lehrer auswählen ist das ihr Ding. Man kann aber nicht eine ständige Vorbildsfunktion haben, dafür sind wir alle zu menschlich, und man sollte sich dessen bewusst sein. Niemand ist vollkommen, und mit dieser Einstellung sollte man seinen Schülern begegnen.

Man tut etwas gutes mit seinem Beruf. Hmmmm... ja, ich glaube auch noch an Märchen. Fakt ist das es in den meisten Ländern eine Schulpflicht gibt, und Schüler nun mal zur Schule gehen müssen, und dort nun mal Lehrer sein müssen. Man tut weder etwas gutes noch schlechtes, sondern erfüllt nur seinen Arbeitsvertrag.

Man kann Problemschülern helfen und sie motivieren. Von wegen, selbst in einer deutschen Klasse mit nur 30 Schülern ist das nicht möglich. Es ist auch gar nicht die Aufgabe des Lehrers sich mit persönlichen Problemen derart intensiv zu befassen. Leider denken viele Lehrer das auch ein Psychologe an ihnen verlorengegangen ist, was meiner Meinung nach in Deutschland zu einer Generation von "Weichei"-Lehrern geführt hat. Dementsprechend tanzen denen die Schüler auf der Nase rum.

Jetzt aber mal zum Contra:

Stress mit den Schülern. Hebt sich auf wenn man obige Punkte befolgt, bzw. hält sich in Grenzen. Warum soll man sich groß über irgendwelche Sachen aufregen. Die Prügelstrafe ist in China nicht mehr gebräuchlich, aber einen Besuch beim zuständigen Lehrer mit den Eltern wollen alle vermeiden. Natürlich ist dies die letzte Instanz, vorher wird verwarnt, und dann gibt es eine Kollektivstrafe. Den Rest regelt die Klasse unter sich.

Hohe Arbeitsbelastung. Das stimmt, weil wenn man sich gut auf jede Stunde vorbereitet dann geht für eine Schulstunde mindestens 1 Stunde Vorbereitung bei drauf, sei es eine Präsentation zu erstellen, Sachen zu recherchieren, oder allgemein die Stunde im Vorfeld zu planen.

Auch außerhalb der Schule ist man immer noch Lehrer. Ja, das ist man, und in China wird dies höher bewertet als in Deutschland. Augen sind überall, und wenn man mal einen über den Durst trinkt wissen das am Montag alle Schüler. Es ist ein bisschen nervig, aber da kann man nichts machen.

Schlechte Bezahlung. In Deutschland jammern die Lehrer ja immer. Allgemein sind wir Europäer viel zu verwöhnt, daher auch obiges Bild, welches bezüglich der chinesischen Finanzspritze für die EU in einer Zeitung veröffentlicht wurde. Die Lehrer verdienen in China zumindest nicht gut, aber auch nicht schlecht. Ich als Ausländer verdiene bei weitem mehr, so das ich mich überhaupt nicht beklagen kann, selbst die Hälfte würde noch mehr als genug zum leben reichen.

Nachdem ich mich nun lang und breit über Pro und Contra ausgelassen habe, zurück zur ursprünglichen Frage: Warum Lehrer?

Und die Antwort ist so simpel wie man es sich vorstellen kann: Es ist ein Job, ich kann ihn machen, ich werde dafür bezahlt. Ende aus. Keine Ideale, Rettung von Menschenseelen oder sonstiger Mist. Es ist ein Beruf wie jeder andere auch.

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Das Leben in China

15.10.2011

Leben in China Im letzten Beitrag schrieb ich Dir das ich mich schon ganz gut eingelebt habe. Ich glaube sogar man kann sagen das sich eine gewisse Routine eingestellt hat, der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier. Unter der Woche läuft so ziemlich alles nach Plan, Unterrichtsstunden, Vorbereitungen, kontrollieren von Hausaufgaben. Die meiste Zeit benötige ich für meine Deutschklassen, da ich diese 3 mal in der Woche habe, während ich bei den englisch Stunden nur alle 2 Wochen ein neues Thema anfangen muss, da ich sozusagen mit dem Thema durch die Klassen tingel. Das macht den englisch Unterricht ziemlich einfach.

Beim Deutschunterricht muss ich aber für jede Woche 3 Doppelstunden vorbereiten, und wenn man sich ernsthaft mit der deutschen Sprache beschäftigt, merkt man erst wie kompliziert diese doch ist. Aber nach den Ferien war ich erstaunt wieviel doch bei den Schülern hängengeblieben ist, und man merkt das es ihnen Spaß macht. Am Freitag werden sie einen Test schreiben, den ich ausgearbeitet habe, und das ist der erste benotete Test, mal schauen wie sie abschneiden.

Man sieht also das im Fach Deutsch eine Menge Arbeit steckt. Aber es macht Spaß. Mittlerweile habe ich auch das Geld von der Company in Beijing erhalten, und in China ist es sehr einfach seine Bankgeschäfte an der ATM (am Automaten bzw. Automatic Teller Machine) zu erledigen. Alle Banken haben chinesisches und englisches Menü, so das man selbst an einer ATM in einem Dorf zurecht kommen wird. Lustigerweise ist es nicht gestattet das Konto komplett zu plündern, sondern es muss immer ein Guthaben draufbleiben. Niemand konnte mir sagen wie viel, aber ich schätze es auf 50 Yuan. Ich werde es beim nächsten Mal austesten.

Warum sollte ich das Konto plündern? Es ist so das ich bei der lokalen Bank ein Konto errichtet habe, und das Geld von der Construction Bank of China zur Postal Bank of China transferieren wollte, so das ich mich nur noch um ein Konto kümmern muss.

Kann man das ganze Geld überhaupt ausgeben? Definitiv. Wie schon vorher einmal geschrieben, man kann hier sehr günstig leben, oder auch sehr teuer. Anfang der Woche haben wir bei Taobao (siehe letzter Beitrag) Klamotten und anderes Zeug bestellt, und insgesamt kamen wir dann auf 130 € umgerechnet. Ab und zu kann man das schon mal machen, ich kauf ja auch nicht jeden Monat Winterklamotten.

Die Erfahrung die ich hier mache ist eine ganz andere als die eines Ausländers der wie ein Ausländer aussieht. Auf der Straße kümmert man sich nicht wirklich um mich, da ich aussehe wie ein Chinese, oder zumindest wie ein Asiat. Aber da die Chinesen doch sehr unterschiedlich aussehen können, werde ich oft für einen gehalten. Bis ich den Mund aufmache. Dann kommen die neugierigen Blicke. Ein Ausländer würde normal überall angeschaut werden, und jeder Schritt würde beobachtet werden. Diese Erfahrung werde ich zum Glück nie machen müssen, aber ich denke mal das führt sehr stark zur Stufe 4 folgender These:

1. Ankunft (alles ist toll, endlich ist man da)
2. Kulturschock (oh mein Gott! Alles ist so anders)
3. Akzeptanz (Naja, es ist ja auch ein anderes Land)
4. Ignoranz (Aber auf Dauer komme ich damit nicht klar)
5. Assimilation (Doch komm ich)

Diese 5 Punkte wurden uns bei dem Lehrgang in Beijing erzählt. Und sie treffen auf jeden zu der nicht nur zum Urlaub hierherkommt. Jeder macht diese Phasen durch, nur der Zeitabstand ist individuell. Ich hatte im Urlaub einen kleinen Anflug von Phase 4.

Was kann man da machen? Folgendes hat bei mir funktioniert. Ein paar deutsche Filme schauen, mal 1-2 Tage nicht rausgehen, deutsches oder westliches Essen. Schwupps war die Welt wieder in Ordnung. In Zukunft habe ich jeden Sonntag meinen "deutschen Tag", wo ich mir etwas leckeres koche, und halt einfach nur "deutsch" bin.

Zum kochen: Hier findet man das meiste was man auch bei uns im Supermarkt findet, aber die kleinen Helferlein wie Fertigsoßen, Instantsachen, etc. etc. gibt es natürlich nicht. Von daher lernt der Micha nun auf die alte Art und Weise kochen und es klappt ganz gut.

Mein 2. Gericht was ich probiert habe war eine Suppe. Dafür habe ich Hähnchenfleisch mit Knochen erst einmal ausgekocht, gewürzt und danach kam Gemüse etc. rein. Sie schmeckte natürlich nicht wie Suppe bei Großeltern, und auch nicht wie Erasco Eintopf, aber mir schmeckte sie sehr gut, vielleicht auch weil es halt komplett selbergemacht war (und sooooo günstig, alle Zutaten haben 2,50 € zusammen gekostet)

Das Gästebuch wird ja leider kaum benutzt, genauso wenig wie die Rubrik "schreib mir". Das ist auch der Grund weshalb ich fast jeden Abend heulend im Bett liege, unzufrieden mit der Welt. Vielleicht kannst du mir ja ein paar Rezepte schicken, die du kennst, wo man nur Grundzutaten benötigt? Dann könnte ich ruhig schlafen, und auch mit vollem Bauch.

Bis zum nächsten Mal

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Neues aus China

02.10.2011

Neues aus China "Hello Michael!", diese Worte höre ich täglich hunderte von Male, und zu Anfang war es noch ganz schön, mittlerweile nervt es. Hier mal ein Auszug aus meinem täglichen Leben in China.

Unter der Woche arbeite ich, und mein Arbeitsweg ist glücklicherweise ziemlich kurz. Von Montag bis Freitag habe ich insgesamt 16 Stunden Unterricht, wovon 6 Stunden Deutschunterricht sind. Die Schüler sind eigentlich alle ganz ok, es gibt zwar einige die dem Unterricht nicht folgen wollen, aber die gibt es wohl überall.

An den Abenden und an den Wochenenden unternehme ich oft etwas mit anderen Lehrern, oder auch mal mit ein paar Schülern. Berge besteigen ist hier ganz groß im Rennen, und man kann auch eine tolle Aussicht genießen.

Mittlerweile habe ich hier das Mid-Autumn Festival miterlebt, wo in der ganzen Stadt eine große Party war, und den "Lehrertag" wo die Schüler den Lehrern Geschenke machen, und Ihnen für das Schuljahr danken. Ich war noch nicht mal ein Jahr da, hab aber auch etwas bekommen.

Ich habe mich nun ganz gut eingelebt, und meinen Rhythmus gefunden. Am Wochenende geht´s in die Supermärkte einkaufen, und man ruht sich aus. Teilweise ist es schon etwas stressig, weil ich für die Deutschstunden keine großartigen Unterrichtsmaterialien habe, und jede Stunde selber vorbereiten muss. Und bei 3 Doppelstunden die Woche ist das schon ein Stück Arbeit. Außerdem muss ich Hausaufgaben korrigieren, und Tests schreiben. Beim Englischunterricht ist es einfacher, da macht man die selbe Stunde immer wieder, 2 Wochen am Stück, und dann kommt das nächste Thema.

Außerdem habe ich auch mein erstes Gehalt bekommen, das von der Schule, welches 3.500,- Yuan beträgt. Am 10. jedes Monats bekomme ich dann noch mal 3.000,- Yuan. Somit bin ich bei einem Gehalt von 650,- bis 700,- Euro im Monat, das dreifache des normalen Lehrers hier, und muss nicht mal Miete bezahlen, und kann in der Kantine essen.

Aber natürlich kaufe ich mir auch mal eigene Sachen, hier mal ein paar Preise aus China:

Schachtel Zigaretten (20 Stück) 15 Y
Mikrowellenfertiggericht............ 10 Y
Weißbrot ..................................3,40 Y
Flasche Wasser........................ 1 Y
2 Liter Cola............................... 6 Y
DVD (Fake) ........................5 - 10 Y
Burgermenü im Fastfood Rest... 22 Y
Taxifahrt in der Stadt ..................5 Y
Busfahrt in der Stadt ..................1 Y
Schokolade (große Packung) ....45 Y
Honig ......................................23 Y
Essen im Rest. (6 Leute) 150 - 300 Y

Einige Sachen sind teurer als in Deutschland, andere wiederum unschlagbar günstig. Das Verhältnis ist allerdings nicht gleich, Essen ist zum Beispiel sehr günstig, Elektrogeräte auch, aber Sachen wie Schokolade, Kaffee, Kakao, Marmelade sehr teuer. Ab und zu kann man sich das aber mal leisten, ich esse ja nun nicht jeden Tag Weißbrot mit Marmelade.

Vor einer Woche haben wir den Papierkram mit den örtlichen Behörden geregelt. Ich habe aus Beijing meinen Pass mit dem Visum bekommen, und damit sind wir zur Polizei um die Anmeldung zu machen. Am gleichen Tag haben wir auch noch ein Konto bei der lokalen Filiale der "Postal Savings Bank" eingerichtet. Ich habe zwar ein Konto bei der "Construction Bank" aber das wurde in Beijing gemacht, und wenn ich mal Probleme mit denen haben sollte, können die hier in der Filiale vor Ort nichts machen. Dann müsste ich ganz nach Beijing... auch wenn die Karte kaputt sein sollte. Das wollen wir natürlich nicht. Das erste Gehalt lass ich nun noch auf die Construction Bank überweisen, für das nächste kriegen die meine neuen Kontodaten. Nachdem die Anmeldung erledigt war, musste eine Lehrerin für mich noch zum PBS (Public Security Bureau) bei denen auch Papierkram zu erledigen ist. 2 Tage später tauchte dann in der Schule ein Beamter des PBS auf, und stellte dem Direx ein paar Fragen. Aber es schien alles in Ordnung zu sein.

Nun wird es langsam etwas kühler hier, eigentlich ist es in Xiapu wie in Deutschland nur immer ein paar Grad wärmer. Im Winter geht´s auf den Gefrierpunkt runter. Dazu kommt das es hier meist sehr windig ist. Ich werde mir daher bei www.taobao.com Winterklamotten bestellen. Das ist sowas wie Amazon. Sogar deutsche Bücher haben die.

Nun genieße ich erst einmal die freie Woche, da Nationalfeiertag ist, und 7 Tage frei sind.

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Die erste Woche

10.09.2011

Hier möchte ich Dir mal von meiner ersten Woche berichten, von den Eindrücken und meinen Erlebnissen.

Am Montag wurde ich von den Hähnen neben der Schule geweckt. Ich hab mich dann ganz normal geduscht, und mir einen Kaffee gemacht, und schaute durch mein Fenster auf das Schultor. Massen von Schülern strömten herein. Massen!

Ich ging dann um 7:15 zum Apellplatz, dem späteren Sportplatz, der momentan noch eine reine Baustelle ist. Ich traf Mr. Wang und Mr. Fang, und nach und nach kamen immer mehr Lehrer hinzu, ca. 200. Ein Signal ertönte, und die Schüler stoben aus dem Gebäude hinaus, um Aufstellung zu nehmen, und dann wurde die Nationalhymne gespielt. Danach wurde eine Wochenansage für die Schüler gemacht, und die Lehrer verteilten sich auf die Lehrerzimmer. Ich sollte mich bei 2 Klassen vorstellen, ein bisschen reden, das wars. Kein richtiger Unterricht.

Ich ging in eine Senior 1 Klasse, das sind 16 jährige, und nach tosendem Applaus begann ich ein wenig von mir zu erzählen. Es stellte sich jedoch heraus das man schlecht 45 min. nur von sich labern kann, also hab ich mit Ihnen ein paar Sportarten durchgenommen. Ich bemerkte das mein englisch aber zu hoch für die is. In der nächsten Klasse habe ich es dann mit Tieren versucht. Tierarten, Pflanzenfresser, Fleischfresser etc., das ging schon besser.

Ich habe jeden Tag morgens 2 Klassen gehabt, da der Unterrichtsplan noch nicht aufgestellt worden ist, und eigentlich sollte ich noch gar nicht arbeiten, aber ich hab dem Direx gesagt das ich hier sonst vor Langeweile eingehe. Also habe ich jeden morgen 2 Klassen.

Den Nachmittag vertreibe ich mir meistens im Büro von Herrn Wang mit Tee süffeln, oder ich latsch über den Campus und laber mit Schülern, nach dem dritten Tag fassten sie nämlich Mut und kommen auch mal auf mich zu. Am Mittwoch habe ich vor 4 Klassen der Senior 3 Stufe (18 Jahre) wieder ein wenig von mir erzählt, diesmal mit Powerpoint Unterstützung.

Am nächsten Abend kamen sogar 4 von denen auf nen Sprung in meine Wohnung vorbei, um ein wenig zu üben, mir machte das nichts aus.

Allgemein muss ich sagen das der Person des Lehrers hier sehr viel mehr Respekt gezollt wird, als dem deutschen Lehrer. Allein wenn jemand nur 2 Minuten zu spät zum Unterricht kommt, verbeugt er/sie sich, und labert einen kurzen Spruch. Ich lass sie das immer tun, 2 Minuten stören mich eigentlich nicht, aber warum mit den Normen brechen.

Abends gehen wir meistens in die Stadt was essen, Xiapu ist eine Stadt am Meer, und daher gibt es hier richtig leckeres Essen. Mittags gehe ich meistens in die Kantine, aber einmal bin ich auch zum Fake-KFC gegangen.

Am Freitag war Lehrertag, und die Schüler haben den Lehrern Geschenke gemacht und abends gabs ein großes Fest. Die meisten männlichen Lehrer waren stramm wie die Heringe, und eigentlich unterscheidet sich das hier nicht so sehr von unseren Festen. Kleine Kinder sind gelangweilt und bauen scheiße, einer aus der Menge is so voll das Ihn andere nach Hause fahren müssen, und die Damen labern nur über Mode, oder ziehen über andere her.
Irgendwie ist es doch überall gleich.

Ich habe einigen Schülern meine QQ Nummer gegeben (ist der größte Messenger, auch wenn bei uns nicht bekannt, aber durch die Zahl der chinesischen Nutzer, naja,.....) und hatte dann nach 48 Stunden 176 Einladungen. Ist nun immer ein bisschen stressig wenn ich da on gehe.

Fazit nach einer Woche?

Man liest vieles über die Chinesen, gutes und schlechtes. Und ich kann nun nur über die Einwohner von Xiapu berichten. Es sind herzensgute aufrichtige Menschen, die einen mit offenen Armen empfangen. Die neugierig auf andere Kulturen sind, und sich riesig freuen wenn man Ihr Essen mag. Es sind einfache aber stolze Menschen, und so ganz anders als die Einwohner Pekings. Es ist zwar kein Dorf, aber ich glaube ich bin dem wahren China hier ein Stück näher gekommen.

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Endlich angekommen!

06.09.2011

Endlich angekommen Endlich angekommen!

Als allererstes ein großes "Sorry" für die lange Pause, aber es waren sehr stressige Tage.

Stehengeblieben war ich bei meinen Ausflügen in Beijing. Ich habe danach mit Will aus England und Lucy aus Australien nen kleinen Nachtausflug gemacht. Will und Lucy sollten auch für die Agentur arbeiten, allerdings ist nur Will übriggeblieben, da Lucy eine verzogene 19 jährige Rotzgöre ist, und im einvernehmen mit der Agentur der Vertrag aufgelöst wurde.

Ich bin dann am 28.Aug. ins Foreign Experts Building gewechselt, ein Hotel welches sich auf Seminare und Tagungen spezialisiert hat. Allerdings waren außer unserem Kurs kaum "Foreigners" da. Der Kurs wurde von Chuck geleitet, einem Dozenten an der drittbesten Universität von China. Die Kursteilnehmer kamen größtenteils aus den U.S. aber auch eine Mexikanerin und ein Italiener waren dabei.

Im Kurs lernten wir alles Mögliche, zum Beispiel die Unterschiede zwischen westlichen und chinesischen Klassenzimmern, die Lernmethoden die hier angewendet werden (sollten) und sehr viel über Land und Kultur.

Am Ende gab es ein Examen, welches ich mit 87% bestanden habe. Das Examen ist nicht unbedingt notwendig, aber die Schulen freuen sich wenn ein Lehrer das hat.

In ein paar Tagen wird es mir zugeschickt werden, mit dem Foreign Experts Certificate, welches man zum arbeiten in China haben sollte.

Am Sonntagabend noch wechselte ich in mein altes Hotel, da es sehr viel günstiger war. Dort traf ich auf Alicia, einer Spanierin, welche im selben Verein arbeiten sollte. Sie war vorher Englischlehrerin in Spanien, und mit Ihren 34 Jahren ein recht flotter Feger. :)

Am Montag fuhren wir zusammen zum Büro (mittlerweile kenn ich mich schon gut aus in der Gegend) und dort erfuhr ich nun endlich welche Schule es sein sollte. Die 7. Mittel- und Hochschule in Xiapu, Fujian Provinz.

Fujian liegt gegenüber von Taiwan, also ein ganzes Stückchen südlich. Bevor es losgehen konnte mussten wir aber noch die Visaangelegenheit klären. Wir fuhren zum Public Security Bureau Beijing (wörtlich übersetzt heißt es wohl "Volkssicherheitsamt", es ist aber ähnlich einer Meldestelle) und ich durfte meinen Pass abgeben, und bekam dafür ein chinesisches Dokument welches mein neues Ausweisdokument darstellt. Zumindest bis sie mir meinen Pass zuschicken, was schon mal 1,5 Wochen dauern kann.

Alicia kommt nach Ningbo, ca. 4 Zugstunden entfernt von mir, wer weiß vielleicht trifft man sich ja mal.

Da die Züge aufgrund des bald stattfindenden Mid-Autumn Festivals, oder auch Mondkuchenfest, ausnahmslos ausgebucht waren, blieb nichts anderes übrig als den langsamen Nachtzug am Freitag zu nehmen. Der Schnellzug braucht ca. 13 Stunden, der langsame 19 Std., und dabei hat der nur 3 Stops.

Die Zugfahrt selber war ganz ok, es waren ja Schlafwagen. Netterweise hat der junge Mann der unter mir liegen sollte mit mir gewechselt, sei es aus Angst, das die Konstruktion mein Gewicht nicht hält, oder aber aus Höflichkeit. Wir unterhielten uns, sein Englisch war sehr schlecht, aber es gelang uns trotzdem uns zu verständigen. Es stellte sich heraus dass er für die größte Werbefirma in China arbeitete, und ich kannte viele der Marken die er mir nannte. Von Getränken bis zu Nudelsuppen. Wir tauschten Nummern aus, wieder eine Verbindung mehr.

Die Fahrt verlief ereignislos, bis auf die Tatsache das man endlich mal aus Beijing rauskam und Natur sehen konnte. Ich kann nun sagen: Ich hasse Beijing! Es ist laut, dreckig, und vielerorts sind die Leute unfreundlich.

Angekommen in Fuzhou sollte mich ein Lehrer abholen, da Xiapu nochmal 2 Autostunden entfernt liegt. Empfangen wurde ich von 3 Leuten. Herr Wang, der Schuldirektor, Hr. Fang, der Vizedirektor und "Snow" (komischer Name nech?) eine Englischlehrerin, und zugleich Parteimitglied :D. Der Empfang war herzlich, und ich war überwältig von der Freundlichkeit dieser 3. Draußen wartete Lehrer Nummer 4 (Name vergessen, aber er unterrichtet Geografie) bei einem Kleinbus, und wir fuhren los. Snow und ich unterhielten uns dann ein wenig, das übliche Geplänkel und Fragen stellen. Unterwegs stiegen 2 weitere Lehrer ein, die jüngere hatte einen Garnelenschwanz zwischen den Zähnen, und mehrere Tüten, ich denke mal sie haben die Gelegenheit genutzt um in der Stadt shoppen zu gehen.

Wir fuhren dann erst mal in ein Restaurant, das Essen war köstlich, teilweise ziemlich merkwürdig und undefinierbar, aber lecker. Natürlich musste ich auch Bierchen mittrinken.
Danach ging es nördlich Richtung Ningde. Xiapu liegt ca. 30 KM entfernt.

Als wir angekommen waren, sah ich wie groß diese Schule ist. Sie ist immer noch eine halbe Baustelle, da die Renovierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind, aber sehr schön.
Eines der 5 Gebäude ist die Schulverwaltung, und im 4. Stock befindet sich mein ca. 50 qm großes Apartment. Ich bewunderte es erst einmal, und schwupps waren 15 Mann in der Bude, 3 waren beschäftigt den PC auszupacken und ans Netzwerk anzuschließen, die Damen haben mein Bett bezogen und die Küche hergerichtet, Bauarbeiter kamen, da die Klimaanlage nicht lief, und im Bad waren auch einige am werkeln. Anstatt mich also ausruhen zu können, hörte ich zu und nickte immer freundlich.

Als alles fertig war, war es schon 18 Uhr, und ich war am Tag davor um 13 Uhr von meinem Hotel weg, hatte nicht wirklich geschlafen, und war auch nicht wieder auf dem Töpfchen. Aber es sollte noch Abendessen geben. Insgesamt 12 Lehrer (wohl die wichtigsten, da hier ca. 190 Lehrer sind, bei ca. 2300 Schülern)

Vorher zeigten mir Snow und Mr. Wang aber noch einen Teil der Schule. Leider ist noch kein Multimedia Equipment da, das heißt erstmal hab ich nur die normale gute alte Tafel. Aber das soll kein Hindernis sein.

Ich sprach auch mit ein paar Schülern, und konnte mir einen Eindruck vom Englischlevel machen. Es ist sehr gering, viel Arbeit.

Nun ging es aber zum Restaurant, und es wurden wieder diverse Gerichte aufgetischt, hauptsächlich Meeresfrüchte, da Xiapu am Meer liegt.

Es gab Frosch, Fischlaichsuppe, Fischkopfsuppe und noch einige normalere Gerichte. Ich kostete von allem, und das schien Herrn Wang zu beeindrucken. Es wirkte sichtlich erfreut.

Es tut nur gut sich mit dem Direx gut zustellen, wie ich dann auch merkte, da er fragte ob ich einen Fernseher benötigen würde. Ich verneinte, das chinesische Fernsehprogramm ist nicht so mein Fall, da schaue ich lieber übers Internet.

Auch freute er sich das ich mir Mühe gab chinesische Phrasen zu erlernen, eine schien ich wohl besonders gut ausgesprochen zu haben, denn der ganze Tisch klatschte. Schon komisch der Ehrengast zu sein. :D

Danach brachte mich Snow, eine Kollegin und Ihr Sohn nach Hause. Wir kauften unterwegs noch ein paar Früchte und was zu essen, und gegen 21 Uhr war ich endlich angekommen.

Am nächsten Morgen.....

... habe ich mich erst einmal häuslich eingerichtet (Fotos kommen noch). Danach bin ich in den nächsten Supermarkt und hab mir noch ein wenig trinken gekauft. Es ist hier wärmer, und schwüler als in Beijing, und das schon morgens um 8 Uhr. Danach habe ich mich mal rangesetzt um der Beitrag zu schreiben, und abschließend kann ich nur sagen, das ich sehr glücklich bin, das alle hier sehr sehr hilfsbereit und nett sind, und ich glaube mich hier sehr wohl fühlen zu können.

Natürlich habe ich einige Details im Bericht weggelassen, man kann nicht mal eben so 2 Wochen in ein paar Sätzen zusammenfassen. Aber von nun an kann werde ich wöchentlich schreiben, und vielleicht ab und zu Rückblenden machen, so das Du erfährst was noch so alles in den 2 Wochen passiert ist.

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